Nachdem in den vergangenen Tagen sämtliche Demonstrationsanmeldungen in Dessau abgesagt wurden und viele beteiligte Gruppen beschlossen hatten heute nicht nach Dessau zu fahren, fand am frühen Abend erneut eine Demonstration mit großer Neonazibeteiligung statt.
Ca. 250 Demoteilnehmer_innen die sich aus Nazis, Althooligans und rassistisch motivierten Bürgen zusammensetzten, liefen von McDonalds bis zum Bahnhof und zurück.
Laut mz-web.de wurde die Demo erst vor Ort angemeldet, was darauf schließen lässt, dass die Polizei, welche sich in Dessau durch Gewalt gegen Menschen mit Migrationshintergrund und Linke „auszeichnet“, den Nazis freies Geleit durch Dessau gewährt.
Am Hauptbahnhof hielt einer der Demoteilnehmer eine Rede in der er die mediale Berichterstattung
über die Demo am Montag als „antideutsche Hetze“ hingestellt wurde und sich gegen vermeintliche „kriminelle Ausländer“ aussprach.
Dass diese Nazi- Rhetorik vom „deutschen“ Mob abgefeiert wurde, zeigt klar die rassistische Grundstimmung in Dessau.
Nach der Demo zogen ca. 30 vermummte Neonazis durch das Rathaus-Center und skandierten Parolen wie „Ausländer raus“. Wie mz-web.de und Augenzeugen berichteten störten die Nazis dabei eine Veranstaltung der Kurt-Weill-Gesellschaft. Erst darauf hin wurden die Nazis von der Polizei gekesselt und in kleinen Gruppen zum Bahnhof eskortiert.
Während des gesamten Abends kümmerten sich verschiedene Antifagruppen um den Schutz des Telekaffees und des AJZ’s. Vielen dank an dieser Stelle dafür.
Eine detaillierte Analyse der Ereignisse des heutigen Abends wird in den nächsten Tagen folgen.
letztens sprach ich am hbf mit einem Afrikaner, welcher durch die abschieberepression kind und frau verlor… es mischten sich 2 frauen mittleren alters ein, welche sich klar mit dem afrikaner solidarisieren… Es gibt in dessau noch vernünftig denkende menschen und ein Aufruf, nicht nur in der linken szene wäre möglicherweise keine schlechte idee. auch konsequente aufklärungsarbeit, mit der aufarbeitung der ereignisse ist nicht verkehrt. hierbei sollte der fokus aber nicht direkt auf die messerattacke gelegt werden, sondern vielmehr auf den rassistischen alltag in dessau. Flyer gestalten, an schulen verteilen, um das problem an der wurzel zu packen. AUSSERDEM SEHR WICHTIG, ist UNSERE ORGANISATION. die muss besser werden!!! alle antifas, einzelpersonen, gruppen und alle, die nicht zur bürgerlichen Spießgesellschaft gehören, an einen tisch. Stadtteile absichern, sofort meldung machen, wenn sich das braune pack zusammenschmiert. was haltet ihr davon?