Archiv für Dezember 2013

Oury Jalloh Gedenkdemonstration 2014

GEDENK-
DEMONSTRATION
ZUM 9.
TODESTAG VON
OURY JALLOH

Am frühen Morgen des
07.01.2005 wird Oury
Jalloh festgenommen.
Er fragte auf der Straße
arbeitende Frauen, ob er
ihr Handy benutzen
könne.
Sie fühlten sich belästigt
und riefen die Polizei.
Oury Jalloh wurde von
den Beamten zur
Polizeiwache in der Wolfgangstraße 25 in Dessau gebracht.
Obwohl festgestellt wurde, dass er stark alkoholisiert war, wurde
er in der Zelle Nr. 5 an Händen und Füßen fixiert.
Mittags verbrennt Oury Jalloh bei lebendigem Leib.
Innerhalb weniger Tage verkündigt die Staatsanwaltschaft, dass
davon ausgegangen werden kann, dass er sich selbst verbrannt
hat.
Innerhalb vieler Jahre, in denen es auf Drängen von Initiativen,
der Familie, und durch viele Protestaktionen zu
Gerichtsverhandlungen kam, blieb die Staatsanwaltschaft bei der
Theorie, er habe sich selbst angezündet.
Polizeibeamte standen zwar vor Gericht, aber es ging um eine Art
unterlassener Hilfeleistung, die zum Tode Oury Jallohs geführt
haben soll.
Hand und Fußfesselung, ein Feuerzeugrest, der erst drei Tage
später – angeblich im Brandschutt – auftauchte, eine feuerfeste
Matratze in der Zelle, und viele andere Indizien, ließen
Staatsanwaltschaft und Gerichte in Dessau und Magdeburg nicht
davon beeindrucken, dass ihre immer widersprüchlicher
werdende Theorie des Selbstmordes haltlos ist.
Fremdverschulden am Tode von Oury Jalloh wird während der
ganzen Jahre nicht nur ausgeschlossen, sondern es werden
diejenigen kriminalisiert, die eine Aufklärung der Todesursache
fordern.
-bitte wenden-
Nach einem Brandgutachten, das von der Initiative in Gedenken
an Oury Jalloh in Auftrag gegeben wurde, stellte sich heraus,
dass davon ausgegangen werden muss, dass mehrere Liter
Brandbeschleuniger benutzt wurden, um Oury Jalloh lebendig zu
verbrennen.
Die Staatsanwaltschaft spricht seitdem zwar selbst von neuen
Erkenntnissen und erklärt, dass nun Aufklärungsbedarf bestehe.
Aber Oberstaatsanwalt Preissner hat trotz der vielfachen
Aufforderungen, innerhalb und außerhalb der Prozesse,
Abbrandversuche mit und ohne Brandbeschleuniger zur
Rekonstruktion des Brandbildes aus Zelle 5 abgelehnt.
Am 07.01.2005 starb nicht nur Oury Jalloh, sondern auch Laye
Conde ́ in Bremen, der nach gewaltsamer Verabreichung eines
Brechmittels am 27.12.2004 zunächst ins Koma fiel und
schließlich im Krankenhaus verstarb.
Weitere Namen stehen für kontinuierliche Tötungen von
Menschen durch Polizisten:
Christy Schwundeck, Maryama Sarr, Halim Dener, Zdravko
Nikolov Dimitrov, Dominique Kouamadio und viele, viele
mehr. . . .
Dessau, Bremen, Frankfurt . . . . Polizisten morden, Gerichte
wiegeln ab, stellen Verfahren ein, oder es wird erst gar nicht
richtig ermittelt.
Menschen werden verbrannt, sterben an den Folgen der
Verabreichung von Brechmitteln oder werden erschossen. Die
breite Öffentlichkeit ist darüber kaum informiert und wird in dem
Glauben gelassen, dass Polizisten in diesem Land niemals foltern
oder gar ungestraft morden könnte.
Doch das ist genau der Fall. Die Justiz in Sachsen – Anhalt hat
versagt, weil sie einen von Korpsgeist beseelten Polizeiapparat
nicht zur rechenschaft ziehen konnte – oder durfte?
Wir gehen auf die Straße, weil wir ständig neu erfahren, wie
verlogen das System von Polizei, Justiz und Regierungsapparat
z.B. hier in Sachsen-Anhalt ist.
Gerechtigkeit, Aufklärung und Wahrheit!
OURY JALLOH-DAS WAR MORD!
WIR SIND ALLE OURY JALLOH!
TOUCH ONE – TOUCH ALL!