Archiv für Februar 2014

2. Naziaufmarsch am 8.März in Dessau

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Nun ist es offiziell, Nazis bewerben rassistische Demo um 18:00 Uhr am 08.03. und wollen somit zwei Demonstrationen an einem Tag durchführen.
Aufgrund der vielen Gegenaktivitäten rund um den „Trauermarsch“ am selben Tag und weil sie diesen dadurch in Gefahr sehen, versuchen sie, wenigstens mit einer Veranstaltung ohne größere Störungen durch die Stadt zu laufen. Dabei bedienen sie sich eines Themas, welches in den Medien zu Zeit sehr aktuell und relativ einfach zu vermarkten ist. Die Demo soll unter dem Motto „Asylflut stoppen“ mitten durch die Innenstadt laufen, wenn viele Antifaschisten_innen bereits nicht mehr in der Stadt sind und auch die Stadt, sowie das „Netzwerk Gelebte Demokratie ihre Aktivitäten eingestellt haben, alle Mahnwachen sind jedoch bis 20:00 aktiv und weitere Vorbereitungen laufen.
Der angebliche Asylmißbrauch vieler politisch und religiös verfolgter Menschen wird hierbei benutzt, um eine rassistische Grundstimmung in Teilen der Bevölkerung für sich zu vereinnahmen. Leider wird das Mobilisierungspotential der sogenannten „Nationalisten“ dadurch nicht unbedingt geschmählert und bekannte Redner der rechten Szene, wie etwa Dieter Riefling, werden dies sicherlich als Anlaß nehmen, offen rassistische Ideologien zu verbreiten und gegen Flüchtlinge zu hetzen.

Die Nazis schreiben in ihrem Aufruf, dass sie „durch das Herz der alternativen Wohngemeinde“ laufen wollen, womit vermutlich der Stadtteil Dessau-Nord gemeint ist.
Dort befindet sich das „Alternative Jugendzentrum“ ( AJZ ), u.a. Sitz des „Netzwerks Gelebte Demokratie“, sowie der mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus. Ebenso liegt in diesem Stadtteil das „Kiez“, in welchem verschiedene kulturelle und soziale Projekte zuhause sind. Es muß damit gerechnet werden, dass aus der Demo heraus gewaltätige Aktionen auf linksalternative Einrichtungen und Personen erfolgen. Während die „Kameraden“ sich bei ihrem Heulmarsch ordentlich benehmen müssen, um den Toten Ehre zu erweisen, könnte sich dass bei der Demo am Abend deutlich ändern, zumal sich nach den antifaschistischen Protestesten und Aktionen wahrscheinlich eine Menge Frust bei ihnen angestaut haben wird.

Somit ist klar, dass der 8.März ein sehr langer und anstrengender Tag für alle anwesenden Gegenaktivisten_innen wird und wir rufen alle anreisenden Gruppen dazu auf, uns auch bei den Stör-und Blockadeaktionen gegen den zweiten Naziaufmarsch innerhalb eines Tages zu unterstützen.
Wir wollen gemeinam und entschlossen beiden Aufmärschen einen „linken Haken“ verpassen

Kommt also alle am 8.März nach Dessau!

Rassismus bekämpfen !!!

Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben !!!

Aktuelle Infos zu den Nazi- und Gegenveranstaltungen am 07.03. und 08.03.2014 in Dessau

07.03.

Auch dieses Jahr mobilisieren die regionalen Geschichtsverdreher wieder zu einer Versammlung ,mit Fackeln und allerhand Taschentüchern, anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dessaus im 2. Weltkrieg und wollen den deutschen „Opfern“dieser Angriffe gedenken. Hierbei ignorieren sie nicht nur die hiesigen Zwangsarbeiter unter der NS- Herrschaft, welche keinen Schutz in den Bunkern fanden, sie übergehen auch die tausenden Toten , welche durch Ju 52 Bomber aus Dessau, u.a. in Guernica , ermordet wurden. Ebenso werden die Millionen Opfer von ihnen missachtet, welche mit Zyklon B aus Dessau vergast worden sind.
Im letzten Jahr konnte diese Veranstaltung von einem breiten Spektrum aus Bürger_innen, Kirche und Antifaschisten vom Ehrenfriedhof in Dessau-Süd fern gehalten werden und die Nazis mussten sich ein paar Kilometer weiter nördlich positionieren. An die 30 „Kameraden“ gedachten dort der deutschen Toten durch die alliierten Luftangriffe. Zu den den Klängen des Deutschlandliedes entzündeten sie Fackeln, vergossen „bittere Tränen“und schnaubten in ihre Taschentücher. Leider hielt sich der antifaschistische Protest dabei in Grenzen.
Diesen Protest wollen wir in diesem Jahr deutlich ausbauen und mit bunten, kreativen und auch antifaschistischen Protestformen ein „ehrenvolles“ Gedenken verhindern.
Das „Netzwerk Gelebte Demokratie“ ruft zu einer „Lichterkette gegen Rechts „ ab 16:00 am Ehrenfriedhof, auf.

Wir trauern nicht !!!

07.03.2014 | 16:00 | Heidestraße, Parkplatz gegenüber Friedhof 3 | Dessau-Süd

08.03.

Es gibt Hinweise, dass Nazis am 08.03 um 18:00 eine Versammlung „gegen Asylmissbrauch“ angemeldet haben. Der Ort ist noch nicht bekannt.
Wir sehen darin eine große Gefahr für Gegendemonstranten_innen vor Ort, da nicht nur bürgerliche Rassisten_innen sich bei diesem Motto aus den Löchern trauen könnten, offene rassistische Hetze betrieben werden würde, sondern auch die Gefahr von gewalttätigen Aktionen aus dieser Veranstaltung heraus sehr gravierend wäre.

Zum Trauermarsch:

Die „Freien Nationalisten Dessau“ mobilisieren zu 12:00 Uhr zum Hbf Dessau und werden vermutlich gegen 13:00 loslaufen wollen. Aufgrund aktueller Entwicklungen gehen wir davon aus, dass sich auch dieses Jahr nicht weniger als 300 Nazis einfinden werden.
Deshalb rufen wir alle Gruppen auf,sich zu 10:30 am Hbf Dessau einzufinden.

Die Auftaktveranstaltung der bürgerlichen Protestler_innen wird von 11:00 bis 13:00 Uhr am Hbf stattfinden.

Das „Netzwerk Gelebte Demokratie“ wird auch dieses Jahr wieder eine Menschenkette um die Innenstadt bilden um das „Wohnzimmer“ der Stadt zu schützen. Diese Menschenkette soll Punkt 14:00 geschlossen und bis 14:15 gehalten werden. Letztes Jahr waren die Nazis schon vorbei gelaufen, als der Kettenschluss erfolgte. Die Kette führt entlang von 16 Mahnwachen, welche dann 14.00 verbunden werden. Auch die Teilnehmer eines Toleranzlaufes schließen sich der Menschenkette dann an. Diesmal wird die Kette auch die Museumskreuzung überqueren und das Dessau-Center, sowie die Jüdische Gemeinde mit einschließen.
Auch eine Bühne wird auf der anderen Seite der Museumskreuzung (Askanische Straße, Franzstr.) aufgebaut sein und die Museumskreuzung somit der Fixpunkt der bürgerlichen Proteste werden.

Von der Gliwicer Straße fährt ein Shuttle Bus hinter zum Friedhof, dem Ziel der Nazis. Dort wird es ab 15:30 eine Kundgebung unter dem Motto „Pfeifen gegen rechts“geben.

Da diese Menschenkette leider nur einen reinen Symbolcharakter und keine praktische Funktion inne hat, ist es umso wichtiger antifaschistische Aktionen und Protestformen auf die Straße zu tragen.Wir wollen zahlreich, solidarisch und entschlossen dem Naziaufmarsch entgegentreten und die Nazis in die Schranken weisen. Lasst uns ihnen einen wirklichen Grund zum Trauern geben.

Da antifaschistischer Selbstschutz eminent wichtig und unumgänglich ist, bitten wir euch, nicht alleine, sondern nur in Gruppen anzureisen.
Wenn es gemeinsame Bus- oder Zugtreffpunkte gibt, könnt ihr sie uns gerne schicken und wir veröffentlichen sie dann auf unserer Seite.

Nazis Blockieren, immer und überall !!!

Wir trauern nicht !!!

Naziaufmarsch am 08.03.2014 in Dessau blockieren

Am 8.03.2014 wollen wieder Nazis ihren geschichtsrevesionistischen „Trauermarsch“ in Dessau durchführen.
Wir werden das zu verhindern wissen!

Wann?/Wo? 08.03.2014 | 10:30 | Hbf Dessau

Nazis blockiern, immer und überall !!!

Wir trauern nicht !!!

Infos unter:
Facebook: Dessau Nazifrei
Twitter: Dessau_Nazifrei

Lautstarker Protest gegen Nazikundgebung

Am Donnerstag, den 13.02. fand in Dessau, anlässlich der Bombardierung von Dresden, eine Kundgebung regionaler Neonazis an der Museumskreuzung, statt. Es war eine der vielen dezentralen Aktionen der „freien Kameradschaften“, welche an diesem Tag in vielen deutschen Städten veranstaltet wurden.
Obwohl das zivile Bündnis „Netzwerk für gelebte Demokratie“ zu einer Gegenkundgebung um 18:45 Uhr an der Friedensglocke ( am Rathaus) aufgerufen hatte, welche ca. 70 Teilnehmer_innen hatte, versammelten sich ca. 20 Leute um 17:00 am Kundgebungsplatz der Nazis.

Im Gensatz zu früheren Jahren, wo man sich in kaum merklicher Sicht- und Hörweite einige hundert Meter entfernt positionieren musste, konnten antifaschistische Gegendemonstranten diesmal direkt auf der anderen Straßenseite eine spontane Versammlung anmelden und so lauten Protest kund tun.
Als die Nazis, unter der Führung von Alexander Weinert dann 18:00 Stellung bezogen, wurden sie mit Lauten Sprechchören und Trillerpfeifen empfangen und so der Lächerlichkeit Preis gegeben. Mit Transparenten, welche an die Opfer des natinalsozialistischen Regimes erinnerten und einer „Hupen gegen Rechts“– Aktion, wurden die Nazis bis zum Ende ihrer lachhaften Veranstaltung am „ehrenvollen“ Gedenken an die „Opfer“ von Dresden gehindert.
Sogar eine Menge bürgerliche Protestler_innen fanden sich später an der Museumskreuzung ein und taten ihrem Unmut über die ca. 40 Trauergestalten kund.
Wollen wir hoffen, dass sich am 7. ( Trauerkundgebung der Nazis) und 8. März noch viel mehr Bürger_innen den antifaschistischen Protestformen anschließen und die Faschos endlich einen richtigen Grund zum trauern haben.

Widerstand gestern und heute – Lesung und Didkussionsangebot am 17.02.2014

Im August 1949, zu Beginn der McCarthy-Ära, kam es wenige Meilen nördlich von New York, wo ein Picknick-Konzert mit Paul Robeson stattfinden sollte, zu
schweren rassistischen, antikommunistischen und antisemitischen Ausschreitungen.

Was damals passierte, und wie die wenigen, den Angriffen eines außer Kontrolle geratenen Mobs Ausgesetzten widerstehen konnten, beschrieb der damals angesehene
Autor Howard Fast in seinem Tatsachenbericht „Peekskill, USA“. Auch T.C. Boyle, Erfolgsautor aus unseren Tagen, verwob das Ereignis in einem seiner Romane.
Aus beiden Büchern wird am Montag, dem 17.02., im Schwabehaus gelesen. Beginn ist 20 Uhr.In Dessau wird gegenwärtig viel diskutiert, mit welchen Mitteln die aktive Bürgerschaft den geschichtsrevisionistischen und demokratiefeindlichen
Aufmärschen von Neonazis begegnen kann. *Blockieren oder dagegen symbolisieren?*
Dieser Frage widmet sich der zweite Teil des Abends.