Initiative in Gedenken an Oury Jalloh weiter vor Gericht

Die Beweise für die Ermordung von Oury Jalloh im Dessauer Polizeigewahrsam sind eindeutig!
Kein Feuerzeug, kein Noradrenalin im Urin, kein Kohlenmonoxid imHerzblut. Es muss eine größere Menge Brandbeschleuniger zum Einsatz
gekommen sein, um ein so großes Ausmaß der Verbrennungen des Körpers undder Matratze überhaupt zu erreichen.

Fest steht: Oury Jalloh wurde am 7.1.20105 in der Zelle 5 des Polizeireviers Dessau angekettet und angezündet.

Trotz vorliegender Beweise klärt die Dessauer Staatsanwaltschaft den Mord an Oury Jalloh nicht auf und bemüht sich statt dessen, einzelne
Aktivisten der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh strafrechtlich zu verfolgen.

„Dieser Prozess, hier vor dem Amtsgericht Dessau, ist die Fortsetzung juristischer und polizeilicher Ungeheuerlichkeiten, die wir bereits vor
den Landgerichten Dessau und Magdeburg, oder auch am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, miterleben mussten. Staatsanwälte und Richter haben die Aufklärung der Todesumstände von Oury Jalloh verweigert. Sie haben sich zu schützenden Komplitzen der Täter gemacht. Genau deshalb sitzen wir auch hier, weil wir die große Lüge, Oury Jalloh habe sich selbst angezündet, eindeutig widerlegen können.“,

Ursprünglich war der Prozess auf vier Tage angesetzt. Mittlerweile hat der vorsitzende Richter Rosenberg elf weitere Verhandlungstage
terminiert. Rosenbergs Prozessführung ist schikanös. Seine ganze Haltung ist einseitig und vorverurteilend, weshalb Angeklagte und Verteidiger
bereits vier Befangenheitsanträge gestellt haben. Natürlich ohne Erfolg. Schliesslich entscheiden über die Anträge der Angeklagten und
Verteidiger wiederum Dessauer Richter, die ebenfalls schon mit dem Fall von Oury Jalloh zu tun hatten.

„Dass wir überhaupt vor einem Dessauer Richter stehen und dazu noch vonder Dessauer Staatsanwaltschaft angeklagt werden, das ist völlig absurd. Beispielsweise hatte die Dessauer Staatsanwaltschaft im Nachgang des rechtswidrigen Polizeieinsatzes am 7.1.2012 gegen die Teilnehmer und Organisatoren der Gedenkdemonstration zum 7. Todestag von Oury Jalloh alle Anzeigen gegen die Polizei eingestellt. Auch die Ermittlungen gegen die verantwortlichen Polizeiführungskräfte Georg Findeisen und Kurt Schnieber stellte sie ein. Der gewalttätige Polizeieinsatz war
nachweislich rechtswidrig und mehrere Personen mussten hinterher ins Krankenhaus. Kein Polizist wurde dafür zur Verantwortung gezogen.
Aber das alles überrascht uns gar nicht, denn so läuft das die ganze Zeit. Angefangen beim 7.1.2005. Nur so kann das in ihrem Sinne auch
funktionieren – ein rassistischer Mord in Polizeigewahrsam wird von allen involvierten Behörden vertuscht und dann werden die Menschen vor
Gericht gestellt, die aktiv die Wahrheit ans Licht befördern.“

Widerstand für Wahrheit ist strafbar!

https://www.youtube.com/watch?v=eI0oSrNuq9o&list=PLZJHH_VIZ3yTeuFlFADorRG5GOOf3mD_v&index=2

Deshalb unterstützt uns vor dem Dessauer Amtsgericht!

Weitere Prozesstermine:

27.02.2015, 13.03.2015, 20.03.2015, 27.03.2015, 10.04.2015, 17.04.2015,
08.05.2015


jeweils um 9:30 Uhr, Amtsgericht Dessau, Willy-Lohmann-Strasse 33, Saal
224

Weitere und aktuelle Informationen:

initiativeouryjalloh.wordpress.com