Der „Beatclub Dessau“ plant für den 9.1.2010 ein Grauzonenkonzert mit den Bands „Krawallbrüder“, „Suspekt“ und „Halbstarke Jungs“. Das schlimme an diesem Konzert ist, dass es sich beim „Beatclub Dessau“ um einen mittlerweile kommerziellen Laden handelt, welcher aus ehemals linken Strukturen entstanden ist und von einem Trägerverein Namens „Förderverein Junge Musiker e.V.“ betrieben wird. Neben vollkommen unpolitischen Konzerten finden dort seit einiger Zeit auch immer häufiger Bands aus der Grauzone eine Bühne – es lässt sich ja damit gute Kohle machen. Die Organisator_Innen des „Beatclub Dessau“ hängen auch unter anderem in der Organisation des Grauzonenfestivals „Spirit from the Streets“ mit drin und veranstalten auch schon Mal gerne Grauzonen-Konzerte in angemieteten Clubs.
Besonders problematisch erscheint nun vor allem, dass dieser „Beatclub“ auch noch ab Januar 2010 das Cafe des AJZ Dessau übernimmt und bereits für den 16.1.2010 ein Konzert mit der regionalen Grauzonenband „Halbstarke Jungs“ u.a. plant, welche bereits am 9.1.2010 im „Beatclub“ zusammen u.a. mit den „Krawallbrüdern“ auftreten. Das AJZ Cafe war – laut Antifaschist_Innen vor Ort – das letzte unkommerzielle linke Projekt in Dessau, welches nun durch taktieren der „Beatclub“-Crew gekickt wurde.
Hier zeigt sich aus der Sicht der Oire Szene Redaktion einmal mehr, wie gefährlich sich die stillschweigende Toleranz von scheinbar unpolitischen Konzerten bzw. deren Veranstalter_Innen in den vergangenen Jahren entwickelt hat: es gibt an vielen Orten dieser Republik eine schleichende Unterwanderung bzw. Vereinnahmung durch selbsternannte „unpolitische“ Konzertveranstalter_Innen und Bands. Letztendlich führt dies dazu, dass jegliche linken Standards (Antirassismus, Antifaschismus, Antisexismus etc.) verloren gehen und ehemals linke Läden zu einem offenen Einfallstor für die rechtsoffene und sogar rechte Szene werden. Dies ist eine Folge einer jahrelangen falsch verstandenen Toleranz von grenzwertigen Bands und dem stillen Rückzug der linken Szene bzw. dem Wegbrechen von politisch links stehenden Bands.
Es ist höchste Zeit den reaktionären Rollback auch auf der Ebene der (Jugend-)Subkulturen zurückzudrängen!
Ein paar Anmerkungen zu den „Halbstarken Jungs“: Diese sachsen-anhaltinische Nachwuchsband aus dem Oi!-Spektrum spielte in den vergangenen zwei Jahren bereits einige Konzerte mit Bands aus der rechtsoffenen Grauzone: u.a. mit „Stomper 98“, „Freiwild“, „Krawallbrüder“, „Dolly D“, „Trabireiter“ u.a.
Für die nächsten Monate sind u.a. Konzerte zusammen mit „Schusterjungs“ (am 26.6.2010 beim „Voll auf die 12“-Festival), „Dolly D“ (20.2.2010 in der Chemiefabrik/Dresden) und eben am 9.1.2010 im „Beat Club Dessau“ zusammen mit „Krawallbrüder“ und „Suspekt“ angekündigt.
http://oireszene.blogsport.de/2010/01/06/beat-club-dessau-halbstarke-jungs-und-die-grauzone/